Lindy Hop
Lindy Hop , auch unter dem Namen Jitterbug bekannt, ist der authentische Afro-Amerikanische Swingtanz aus dem US-Amerika der späten 20er bis 40er Jahre. Er ist ein ausgesprochen fröhlicher, verspielter und ausgelassener Paartanz, bei dem es vor allem auf die Kommunikation und
Improvisationsfreude der beiden Tanzpartner ankommt - ein echter Social Dance!
Basierend auf früheren Tänzen wie Charleston und Black Bottom, wurde der Lindy Hop von den Schwarzen in Harlem, New York kreiert und entwickelte sich zusammen mit der neuen Swingmusik weiter. Seinen Namen erhielt er 1927, als die Zeitungen Charles Lindberghs Atlantiküberquerung mit der Schlagzeile „Lindy hops the Atlantic“ titulierten. In unseren Unterrichten lernen die Teilnehmer die Grundfiguren des Lindy Hop und bekommen Anregungen zur Improvisation auf die Musik.
Will Lindfors, Bandleader der "Lindfors Swing Affairs", schreibt im Jahr 2005:
Wenn man um die Jahrhundertwende 19./ 20. Jahrhundert in New Orleans tanzen gehen wollte, dann ging man nach "Storyville", den Rotlichtbezirk von New Orleans mit seinen Bars, Pubs, Bordellen und Freudenhäusern, Saloons, kleinen Tanzsälen, Ballrooms und Kabaretts.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs am 12. November 1917 beendete das Kriegsministerium das bunte Treiben und verbot den Soldaten des Marinehafens den Besuch der über 200 Vergnügungsbetriebe im Rotlicht-Bezirk. Das Verbot machte nicht nur viele Freudenmädchen brotlos, sondern auch viele Musiker.
Eine Völkerwanderung in Richtung Norden, nach Chicago, begann.
Alle weißen Arbeiter der Automobil- und Stahlindustrie waren zum Kriegsdienst einberufen worden. Vielen farbigen Neuankömmlingen bot dies die Chance auf einen dieser Arbeitsplätze. Auch die schnell wachsende Waffenindustrie heuerte jetzt farbige Arbeiter an.
Diese armen Leute brachten natürlich auch ihre traditionellen Lieder und Tänze - ihre Kultur - mit in die große Stadt. Die Menschen freuten sich, ihre alten Songs in den Bars und Saloons wiederzuhören - gespielt von den Musikern, von denen sie glaubten, sie im Süden zurückgelassen zu haben.
Im New York der 30er Jahre mischten sich der "New Orleans Style" und der "Chicago Style" und formten eine neue Art von Swing. Big Bands wuchsen sehr schnell in ihrer Popularität.
In Chicago und New York befanden sich die größten Vergnügungsviertel und die größte Anzahl an Big Bands Amerikas. Wo immer die Big Bands spielten, fanden sich auch Tänzer. Einige Tänzer begleiteten die Big Bands auf ihren Tourneen.
New Yorks größtes Vergnügungsviertel wurde "Tin Pan Alley" genannt und lieferte wohl den größten Beitrag zum Big Band Swing aller Zeiten. The "Cotton Club" war das musikalische Zuhause von Duke Ellington. Während seiner ersten Europatournee 1933 wurde er berühmt als "Number One Swing Band of all time"!
1935 wurde Benny Goodman's Big Band in Kalifornien berühmt. Seine heißen Arrangements, die zum ersten mal in der Öffentlichkeit gespielt wurden, machten das Publikum verrückt! Das Count Basie Orchestra bekam 1936 die höchsten Gagen, die bis heute einer Big Band gezahlt wurden.
Farbige und weiße Musiker traten zum ersten mal gemeinsam vors Publikum - das war der Verdienst Benny Goodmans der die Trennung der Rassen nicht länger beachtete. Dies bewirkte große Veränderungen in der Musikqualität. Nur die besten Schwarzen oder Weißen arbeiteten nun zusammen in den besten und best bezahltesten Big Bands.
Dank Arrangeuren und Musikern wie Fletcher Henderson, Count Basie, Don Redman und Duke Ellington, übernahm dieser neue Stil des Swing die ganze Swing-Szene!
Getanzt wurden: Shimmy, Black Bottom, Charleston und Jitterbug (Cab Calloway 1934), heute Lindy Hop genannt.
Lindy Hop erhielt seinen Namen angeblich 1927, als ein Reporter den Tänzer George "Shorty" Snowden anlässlich der Feierlichkeiten zur ersten Atlantiküberquerung durch Charles Lindberg fragte, wie der Tanz heiße den er da tanze. Zu dieser Zeit war in den Ballrooms von Harlem ein "The Hop" genannter Tanz populär und Shorty antwortete mit der aktuellen Schlagzeile "Lindy hops the atlantic": "I'm doing the Lindy Hop".
Lindy Hop erfreut sich in Europa und auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Denn Swing/ Lindy Hop ist nicht nur ein Tanz, sondern eine Lebenskunst, vielleicht sogar ein Politikum. Jedenfalls ist dieser Tanz seinem Wesen und Leben nach ein ganz und gar freiheitlicher, fröhlicher, spielerischer und ausgelassener Tanz.
Hier geht's zu den Kursen & Workshops.
